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                                    LebensraumK%u00dcCHE 25FRANKREICH %u2013 ELEGANZ IN KLEINEN SCHLUCKENIn Frankreich ist der Aperitif ein fester Bestandteil des geselligen Lebens. Ob bei Freunden zu Hause oder auf der Terrasse eines Stra%u00dfencaf%u00e9s: ein Glas Pastis in Marseille, ein k%u00fchler Lillet Blanc in Bordeaux oder ein Cr%u00e9mant in Paris.Hier hat der Ap%u00e9ro Stil. Gereicht werden dazu einfache, aber hochwertige Kleinigkeiten: marinierte Oliven, hauchd%u00fcnn geschnittener Schinken, Mini-Quiches oder feine K%u00e4sest%u00fccke mit frischem Baguette.Was z%u00e4hlt, ist die Atmosph%u00e4re: entspannt, geschmackvoll, zwanglos. Der franz%u00f6sische Ap%u00e9ro ist oft ein %u00dcbergang vom Tag zum Abend und beginnt nicht selten schon am sp%u00e4ten Nachmittag. Besonders im S%u00fcden gilt: Ein Ap%u00e9ro ohne Sonnenuntergang ist m%u00f6glich, aber sinnlos.ITALIEN %u2013 APERITIVO MIT LA DOLCE VITAIn Italien ist der Aperitivo nicht nur eine Mahlzeit vor der Mahlzeit. Er ist auch eine Lebenseinstellung. Vor allem in St%u00e4dten wie Mailand, Turin oder Bologna trifft man sich ab 18 Uhr in Bars und Caf%u00e9s. Gern bestellt werden Aperol Spritz, Negroni, Americano oder einfach ein Glas Prosecco. Was ihn besonders macht, ist das kulinarische Drumherum: Antipasti, kleine Tramezzini, Pizzette, Oliven, Bruschetta, gef%u00fcllte Zucchinibl%u00fcten oder frittiertes Gem%u00fcse. Je nach Lokalund Region fallen die H%u00e4ppchen %u00fcppiger oder puristischer aus. Viele Bars bieten sogar ein kleines B%u00fcffet, das im Preis des Getr%u00e4nks enthalten ist; Aperitivo all%u2019italiana eben. Dabei geht es nicht nur ums Essen, sondern auch um den Austausch: Freunde treffen, Menschen beobachten, das Leben zelebrieren. Kurz gesagt: il piacere della convivialit%u00e0.SPANIEN %u2013 TAPAS, TINTO UND TRADITIONDie spanische Variante des Ap%u00e9ros verschwimmt oft mit dem Abendessen, was an der Esskultur des Landes liegt. Abends zieht man von Bar zu Bar, bestellt una ca%u00f1a (ein kleines Bier) oder ein Glas Tinto de Verano, dazu eine Auswahl an Tapas. Diese kleinen H%u00e4ppchen sind fester Bestandteil der spanischen Esskultur und reichen von marinierten Oliven %u00fcber frittierte Tintenfi schringe bis zu w%u00fcrziger Chorizo oder feinem Manchego-K%u00e4se. In vielen Regionen geh%u00f6rt es zur Gastfreundschaft, dass zu jedem Getr%u00e4nk automatisch eine Kleinigkeit gereicht wird, besonders in Andalusien oder Madrid. Der Ap%u00e9ro ist hier nicht der Auftakt, sondern Teil eines langen, genussvollen Abends. Und auch wenn er informell wirkt, ist er tief in der Kultur verwurzelt: ein Ausdruck von Gemeinschaft, Lebensfreude und regionaler Vielfalt.SCHWEIZ %u2013 L%u2019AP%u00c9RO MIT SUBSTANZIn der Schweiz ist der Ap%u00e9ro ein soziales Ritual. Er kann vor dem Abendessen stattfi nden, aber auch als eigenst%u00e4ndiger Anlass zelebriert werden, vor allem in Form des Ap%u00e9ro riche. Dabei werden nicht nur kleine Snacks, sondern auch warme H%u00e4ppchen, Canap%u00e9s, K%u00e4seplatten oder MiniDesserts serviert. Besonders beliebt: Trockenfl eisch, feine Brotsorten, Raclette-H%u00e4ppchen oder w%u00fcrzige K%u00e4sew%u00fcrfel.Ob privat, gesch%u00e4ftlich oder festlich: Der Ap%u00e9ro geh%u00f6rt zum Schweizer Alltag wie das Fondue zum Winter. Er steht f%u00fcr gepfl egte Gastfreundschaft, f%u00fcr Gemeinsamkeit ohne Eile und f%u00fcr den liebevollen Umgang mit regionalen Produkten. Wer eingeladen wird, bekommt nicht einfach ein Glas gereicht, sondern das Gef%u00fchl, willkommen zu sein.PORTUGAL, GRIECHENLAND, SKANDINAVIEN %u2013 VIELFALT AUF DEM VORMARSCHAuch au%u00dferhalb der bekannten Ap%u00e9ro-Hochburgen wird der Brauch gepfl egt, wenn auch in unterschiedlicher Auspr%u00e4gung. In Portugal genie%u00dft man gern ein Glas Portwein oder Ginjinha (Sauerkirschlik%u00f6r) mit etwas Hartk%u00e4se und Oliven. In Griechenland geht nichts %u00fcber einen k%u00fchlen Ouzo oder Tsipouro, begleitet von Meze, kleinen Gerichten mit frischem Brot, Feta, gegrilltem Gem%u00fcse oder Tintenfi sch.Und sogar im hohen Norden erfreut sich das Ritual zunehmender Beliebtheit: In Schweden beispielsweise trifft man sich zum f%u00f6rdrink %u2013 einem Drink vor dem Abendessen, meist mit Chips, Dips oder ger%u00e4uchertem Fisch. Auch hier geht es um mehr als nur Essen oder Trinken. Hier wird ein Moment der Verbindung geschaffen und gelebt. %u25a0Kleine H%u00e4ppchen. Gro%u00dfe Momente. Echter Genuss.
                                
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